Untere Grotte
Wir begeben uns auf eine Reise, die erst durch den unteren Höhlengang führt.Es ist ein seltsamer Lebensraum von Wesen, die alle auf irgendeine Weise gefangen sind. Alles, was sie von der Welt wahrnehmen können, sind schattenhafte Projektionen von Abbildern der “wirklichen Welt”.In spiegelnden Wasserflächen sind Projektionen von Paradiesmotiven zu sehen. Diese Projektionen stehen für “den Funken des Geistes in der Seele” (Platon, Politeia, der Staat).Wir treffen auf lebendige Stalagmiten, die sich in ihren Strumpfkostümen gefangen langsam winden. Ihre Augen bewegen sich und sie formen ihren Mund lautlos zu Worten. Auf Mini-Monitoren sind verfremdete, bruchstückhafte Dokumentar- und Science-Fiction - Sendungen über Insektenpopulationen zu sehen.Immer wieder treffen wir auf eiförmige Lichtkörper im Höhlengestein.Durch ein halbtransparentes Gewebe mit einer tropfsteinartigen Oberflächenstruktur schauen Gesichter. Sie summen die Melodie eines Kinderliedes.



Obere Grotte
Auf dem langen schmalen Treppengang bewegen wir uns durch eine Klanginstallation in die obere Grotte. Verfremdete Insektengeräusche verwebt Pascal Grütter zu einer Klangkomposition.
Wir treffen auf drei Frauengestalten, die durchscheinende Kokons in ihren Armen wiegen. Abwesend summen sie die Kindermelodie, die uns noch in den Ohren liegt.
Wir bahnen uns einen Weg durch eine kleine Gruppe von Höhlenbewohnerinnen, die eiförmige Gebilde mit Schläuchen ernähren. Dazu murmeln sie gebetsartig Textfragmente aus den Dokumentar- und SciFi-Sendungen der unteren Grotte.
Langsam realisieren wir, dass sie diejenigen sind, welche das Volk des unteren Höhlenreichs erschaffen.
Bevor wir wieder ins Freie gelangen, begegnen wir der Höhlenkönigin. Sie spricht ab Band collageartige Bruchstücke von Nachrichtentexten. Forschungsresultate über Ameisenpopulationen werden vermischt mit Textausschnitten aus Si-Fi-Filmen .
Ihre Rolle ist die des “Reflektors”. Sie reflektiert das “Licht der Aussenwelt, der Wirklichkeit” in die Höhlenwelt (Platon, Politeia, der Staat). Sie hält Nachrichten für die Realität und gibt diese Informationen weiter an die Wesen in der Höhle.
Die subalternen Matronen im oberen Höhlenbereich sind die Transformatoren. Sie verspinnen die Informationen zu Gebilden. Diese stehen für das Korsett, welches den Bewegungs- und Lebensraum der Wesen in der unteren Höhle definiert.


Aussenwelt
Die Besucher nehmen die Rolle des “losgebundenen Individuums” ein und gelangen nach dem Weg durch die Höhle in die “Wirklichkeit, die Welt der Ideen” (Platon, Politeia, der Staat). Dramaturgisch rollen sie die Geschichte von hinten auf und können sich die Zusamenhänge während ihrer Höhlenbegehung mehr und mehr erschliessen.
Das letzte Stück des Rundgangs führt einen Waldweg hinunter zurück zur Kasse, wo sie sich an der Bar über das Erlebte austauschen können.
Hintergrund