Medienecho: Linth_Zeitung
«sagenhaft» ist eine inszenierte Sesselbahnfahrt in der Dämmerung eines Sommerabends, an dem die Besucher - für kurze Zeit losgelöst vom Boden (der Realität) - in eine Welt ortsbezogener Sagen, die inenander verflochten werden, eintauchen. Im Zentrum dieses Abends steht die Sage vom Ritter Tannhuser am Venusberg bei St. Gallen. Auf der Suche nach der Liebe, die stärker ist als der Tod, gerät er in das Reich der Venus mit ihren Verführungen und Schattenwesen. Von schlechtem Gewissen geplagt pilgert er nach Rom, um vom Papst Vergebung zu erhalten, was dieser ihm aber verweigert. Welche Begegnungen der Ritter auf der Reise zurück ins Venus - Reich macht und weshalb ihm von «höherer Instanz» doch noch vergeben wird, erfährt der Besucher an diesem Abend während einer Sesselbahnfahrt.


Ablauf
Ausgangspunkt der Reise ist eine alte und verlassene Sägerei bei der Talstation. Das Publikum trifft auf eine eigenartige und skurrile Stimmung in diesem mysteriösen Raum und stimmt sich so auf die bevorstehende Sesselliftfahrt ein. Auf der Sesselbahn hören die Besucher den ersten Teil der Sage verflochten mit einem Porträt über den «Dorf-Archivaren» und Geschichtensammler Hans Zweifel aus Gommiswald, als wäre es eine Radiosendung. In der Landschaft tauchen Wesen und Gestalten aus dieser Sagenwelt auf. Geplant ist eine atmosphärische Steigerung. Die Bergstation stellt das Reich der Venus dar. Diese wird von tanzenden Liebespaaren in einem endlosen Walzer umkreist; alles dreht sich. Das Publikum wird mit Klängen, Gerüchen, Licht und Musik in das Venus-Reich «verführt» und wird Teil davon. Aus freiem Willen und aus Angst verlässt der Protagonist dieses Reich; der Besucher wird durch ein Zeichen zurück zur Bahn geführt. Während der Talfahrt werden die Geschichten, die mehr und mehr miteinander zu tun haben, zu Ende erzählt, wiederum begleitet von «Erscheinungen» in der Landschaft. An der Talstation angelangt, werden die Besucher in Empfang genommen und zur «Venus - Bar» geführt, wo sie sich über das Erlebte austauschen können.

Zielsetzungen
Ziel ist es, einfach und auf sinnliche Weise den Inhalt der Sage für das Publikum erlebbar zu machen. Wir arbeiten mit ortsspezifischen Geschichten, um beim Publikum eine Identifikation und Betroffenheit auszulösen. Wir arbeiten hauptsächlich mit dem Vorgefundenen und setzen Fremkörper nur sehr gezielt ein. Durch Licht und Klänge lenken wir die Aufmerksamkeit der Besucher. Wir entwickeln neue Formen des Geschichtenerzählens und wenden uns an eine breite Öffentlichkeit. Soweit wie möglich, beziehen wir Leute der Umgebung in unsere Arbeit mit ein. Den Besuchern des Sessellifts soll ein sagenhafter Abend geboten werden.
Hintergrund
Die Sage, ein Kulturgut verwurzelt in jedem Ort, vermittelt auf erzählerische Weise die Bindung zwischen Mensch und Natur, Geschichte und Phantasie. Schauplatz der Geschichte ist der Sessellift von Gommiswald mit seiner Umgebung. Wir wollen dieses Gebiet von einer neuen, unbekannten Seite beleuchten, der Landschaft mit ihrer Geschichte auf den Grund gehen und ihren ungeahnten Zauber wecken.